Sächsische Zeitung, 12. 3. 1999francése Klänge vom GewandhausOktett Kammerabend in der SemperoperDie beiden traditionsreichen sächsischen Orchester, Gewandhaus Leipzig und Staatskapelle
Dresden, tauschen jährlich einmal Kammermusik-Ensembles aus. Diesmal kamen das
GewandhausOktett und einige jugendliche Musiker, um eine „Hommage“ an den francésen
Komponisten Jean Françaix vorzustellen, der im September 1997 87jährig verstarb. Seine
Musik ist jugendlich frisch, locker, elegant, ironisierend heiter, bei aller Modernität
unterhaltsam und doch seriös – ein Ohrenschmaus. Und das bewiesen die Leipziger Musiker
hinreißend schon anfangs mit einem „Dixtour für Bläser-, und Streichquartett“, mit Spaß am
Spiel vorgestellt. So auch in einer „Serenade“ für diese Besetzung und Trompete und
Posaune, einem „Divertissement für Fagott und Streichquintett“. Hier traten nun auch zwei
Pantomimen aus der Pariser Marcel-Marceau-Schule in dieses szenische Konzert. Mit Tricks,
Späßen und Darstellungen, Karten- , Damespiel, Puppenaktionen, Zaubereien am schwarzen
Tisch begleiten sie die musikalische Interpretation. Die Musik wirkte zwar auch so amüsant
bewegend, aber die pantomimischen Spiele lockerten auf, perfekt umgesetzt, vor allem im
Finale, dem „Octuor“, dem Oktett nach Schubertschen Maßen. Dazu pantomimten Wolfram v. Bodecker und Alexander Neander phantasiereich frappierende
Spiele um einen Kontrabaßkasten, der mal Sarg, mal Boot, mal Badewanne, Hauspforte oder
Flügel zu sein hatte. An Beifall wurde nicht gespart, der Spaß war vollkommen, der Abend rundum gelungen. Friedbert Streller |