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Symphony No. 3

Herforder Kreisblatt, 19. 9. 2002

Zwei Pantomimen als umjubelte Solisten. Erstes Abonnementkonzert restlos ausverkauft

Zwei Pantomimen, Wolfram v. Bodecekr und Alexander Neander waren die die umjubelten Solisten im ersten Abonnementkonzert der Nordwestdeutschen Philharmonie im ausverkauften Stadtpark-Schützhof. Intendant Andreas Kuntze schloss mit dem Engagement der beiden Pantomimen glücklich an einen Tradition seines Vorgängers Holger Kruppe an, der mit Nina Corti schon mal eine bekannte Tänzerin im Stadtpark-Schützhof solistisch hatte auftreten lassen. Die 3. Sinfonie von Philip Glass ist nur für Streicher geschrieben und intensiviert aufs Äußerste die erzeugten Gefühle. Die Musiker unter der leitung des schwedischen Dirigenten Ola Rudner scheuten sich nicht, die tiefen etwas rau klingenden Register voll auszuspielen. Dazu entspann sich zwischen den beiden Pantomimen ein humorvolles Spiel: Sie fanden ein Blatt Papier, dass plötzlich Leben zuu gewinnen schien und hin und her flog (Element des Windes). Als sie es schließlich gefangen hatten, werfen sie es in ein Feuer, das sich phantastisch erhebt. Am eindrucksvollsten war wohl ihre Darstellung des Wassers mit Hilfe einer Plastikplane, die, blau angestrahlt, ihre Wellen schlug. Die beiden anderen Werke des Abends waren die Sinfonie Nr. 103 von Joseph Haydn und die Sinfonie in h-moll, die „Unvollendete“, von Franz Schubert. Bei der Haydn Sinfonie war sicherlich nicht mehr der Paukenwirbel zu Anfang das Überraschende, weil man darüber schon viel gehört hatte, wohl aber die anschließende Einleitung mit düsteren Klängen von Fagott und Kontrabässen, die, ebenfalls, eine Überraschung, am Schluss des Satzes wieder aufgegriffen wird. Ola Rudner, der ohne Taktstock auskam, übertrieb speziell bei der Haydn-Sinfonie sehr den Ausdruck seiner Körpersprache: Es war, als wolle er den Pantomimen Konkurrenz machen und Haydns Musik als Solotänzer interpretieren. Es war doch auch so gut zu hören, dass Haydns Musik tanzt und voller Geist und Witz steckt! Intendant Andreas Kuntze widmete das Konzert dem verstorbenen Unternehmer Dieter Ernstmeier, der sich immer wieder tatkräftig für das Orchester und für die Kultur in Herford eingesetzt habe, ohne dabei groß an die Öffentlichkeit zu treten. Das Orchester beeindruckte mit Schuberts dramatisch bewegter h-moll-Sinfonie speziell in den Bässen zu Beginn der Durchführung des 1. Satzes, wenn das Thema der Einleitung wieder aufgegriffen wird. Hinreißend auch die Pianissimi in Soloklarinette, Solo-Oboe und Streichern. Der Beifall des Publikums kam von Herzen.

Gerd Büntzly