Lippische Landeszeitung, 19. 9. 2002Die Poesie der stummen Bilder Die Zuschauer zeigten sich begeistert von den stummen Bildern, die die Pantomimen
Alexander Neander und Wolfram v. Bodecker über die dritte Sinfonie von Philip Glass
legten. Damit gelang der Nordwestdeutschen Philharmonie ein fulminanter Auftakt der
Konzertsaison in der Neuen Aula, in der außerdem Haydns etwas betulich interpretierte
Sinfonie mit dem Paukenschlag und Schuberts grandios gespielte „Unvollendete“ erklangen.
Die Pantomimen setzten die Entwicklung des Menschen zwischen Feuer und Meer, Liebe und
Wanderschaft gekonnt in Szene. Bleibt fraglich, ob diese Romantisierung dem Komponisten
Philip Glass gerecht wurde. Seine Musik transformiert die gesellschaftliche Leere
ästhetisch als leerlaufende Rhythmik. Die Pantomimen biegen sie aber als Theatermusik
romantisch wieder zurück. |